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In den Sand geschrieben

Hallo liebe Leser,

heute will ich über eine Geschichte schreiben, die auch nach zweitausend Jahren noch immer immens wichtig für uns ist - für jeden von uns. Heute will ich über eine Situation schreiben, deren Entschlüsselung uns Frieden mit unseren Mitmenschen bringen kann.

Jesus hat nie etwas Schriftliches hinterlassen. In der Bibel wird nur einmal erwähnt, dass er geschrieben hat und zwar in der Geschichte mit der Ehebrecherin:

Die Schriftgelehrten, die Jesus nicht besonders gut leiden können, sind völlig aus dem Häuschen und echauffieren sich über die Ehebrecherin, die sie auf frischer Tat ertappt haben (ich frage mich immer: wo ist eigentlich der Liebhaber der Frau??). Die Schriftgelehrten wollen Jesus eine Falle stellen. Sie wollen ihn über das Schicksal der Frau entscheiden lassen. Jesus hatte sich in der Zeit vor diesem Ereignis dazu bekannt das Gesetz erfüllen zu wollen, andererseits hat er sich auch zum Freund der "Sünder und Zöllner" erklärt. Sollte Jesus die Frau dem Tod überlassen, so bricht er mit der Barmherzigkeit den Sündern gegenüber. Sollte er sie retten, so bricht er mit dem Gesetz. Auf diese Weise können die Schriftgelehrten - egal wie er sich entscheidet - ein Urteil gegen ihn fällen.

Wow! Ganz schön viel Druck, der auf Jesu Schultern lastet oder? Naja, das sollte man meinen! Es zeigt sich in diesem Moment jedoch die Souveranität Jesu. Er bückt sich und schreibt etwas in den Sand. Diese Geste unterbricht die aufgeregte Stimmung aller Beteiligten. Jesus lässt sich Zeit - in seiner Miene ist keine Aufregung, er ist der Souverän. Als ihn seine Gegner weiter dazu drängen sich zu dem Vorfall zu äußern, steht er auf und sagt den bekannten Satz: "Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!" Die Ankläger verlassen nach und nach - erstaunt und mürrisch gleichzeitig - den Schauplatz. Der Höhepunkt kommt: "Frau, wo sind sie geblieben, hat dich keiner verurteilt?", fragt Jesus. Die Frau verneint. "Dann werde auch ich dich nicht verurteilen. Doch sündige nun nicht mehr."

Diese Geschichte ist das wohl bekannteste Beispiel dafür wie Gott das Gesetz und die Barmherzigkeit in Einklang bringt. Das Gesetz ist wichtig - auch wenn es in unserer heutigen Zeit nicht mehr im Trend liegt das zu sagen. Jesus spricht am Ende nämlich, dass die Frau nicht mehr sündigen soll. Gleichwohl ist die Barmherzigkeit nicht weniger wichtig - Jesus klagt die Frau nicht an sondern verschont sie und rettet damit ihr Leben.

Jesus war derjenige ohne Sünde. Somit hätte er gemäß seines berühmten Satzes - "Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!" - das Recht gehabt den ersten Stein zu werfen. Doch er tat es nicht. Warum? Weil Gott die Barmherzigkeit und die ehrliche Vergebung liebt. Dagegen werden Diejenigen, die die reine Gesetzlichkeit lieben - so wie es die Schriftgelehrten taten - in den Sand geschrieben gemäß dem Propheten Jeremia, auf den Jesus sich bei seinem Schreiben in den Sand implizit bezieht. "Alle, die dich verlassen, werden zuschanden, die sich von dir abwenden, werden in den Staub geschrieben; denn sie haben den Herrn verlassen, den Quell lebendigen Wassers." (Jeremia 17, 13). Jesus schreibt zu Beginn der Szenerie die Schriftgelehrten in den Sand, die sich durch ihre Gesetzlichkeit von Gott abgewendet haben. Diesen Vorwurf müssen sich auch die Kirchen gefallen lassen, die zu oft zu einer Gesetzlichkeit ohne Barmherzigkeit tendierten - in allen Jahren der Kirchengeschichte.

Was hat das alles mit uns zu tun, liebe Leser? Die Antwort ist einfach: Viel zu oft verurteilen wir Menschen. Vielleicht weil sie sich nicht so verhalten wie wir oder die Gesetze es für richtig halten. Wir sprechen dann eventuell schlecht von ihnen, grenzen sie vielleicht aus. In jedem Fall haben wir sie innerlich schon verurteilt. Wenn wir ehrlich sind, haben wir das alle schon getan. Wenn wir ehrlich sind, haben alle von uns schon mal die Rolle der Schriftgelehrten gespielt. Lasst uns dieses Verhalten verabschieden. Lasst uns den Menschen, die wir verurteilt haben, so begegnen wie Jesus der Ehebrecherin begegnet. Dann haben wir Frieden mit unseren Mitmenschen und Frieden mit Gott. So werden wir nicht in den Sand geschrieben.

 

 Liebe Grüße euch allen

 timo

15.11.15 20:11

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