Letztes Feedback

Werbung

Gratis bloggen bei
myblog.de

die geheime Botschaft von Weihnachten

Liebe Leser,

es ist Weihnachten! Gestern habe ich mit einem guten Freund gesprochen und heraus gefunden, dass er - obwohl er sehr gebildet ist - nicht genau weiß warum wir Weihnachten feiern.
Natürlich wissen wir alle, dass der Kern der Weihnachtsgeschichte die Geburt des Messias - des Erlösers der Welt - Jesus Christus ist.
Es gibt jedoch noch einen Punkt, der mir an der Weihnachtsgeschichte sehr wichtig ist und zwar Folgendes:

Im ersten Satz der Geburtsgeschichte nach Lukas steht der Name "Kaiser Augustus". Die Weihnachtsgeschichte in unserer traditionellen Bibel endet eigentlich mit Vers 20, jedoch sind sich die Theologen einig, dass Vers 21, der von der Beschneidung und Namensgebung Jesu berichtet, noch zur Geburtsgeschichte gehört. Und in diesem letzten Satz wird schließlich der Name Jesu genannt.
Im Hebräischen dient dieses sprachliche Mittel - also die Nennung von Kaiser Augustus im ersten und die Nennung Jesu im letzten Satz - dazu die beiden Personen gegenüber zu stellen. Man muss dazu wissen, dass Kaiser Augustus in der damaligen Zeit für die Mehrheit der Römer als Heilsbringer galt.
In der Weihnachtsgeschichte wird also Folgendes deutlich gemacht: Ausgustus ist nicht der wahre Heilsbringer - auch wenn die Römer das gedacht haben - sondern alleine Jesus Christus. Jesus ist der wahre - der himmlische - Messias. Die Weihnachtsgeschichte soll uns also nicht nur von der Geburt Jesu erzählen, sondern soll verdeutlichen, dass Jesus der wahre Heilsbringer ist und politische Akteure bzw weltliche Herrscher wie Augustus es nie sein können.
Außerdem benutzt der Engel des Herrn in der Mitte der Geschichte die drei Ehrentitel "der Retter", "der Messias" und "der Herr" zur Beschreibung für Jesus. Diese Titel waren in der damaligen Zeit eigentlich für Augustus bestimmt.
Diese Ehrentitel werden praktisch von Augustus, dem weltlichen Herrscher, genommen und Jesus, dem himmlischen Erlöser, verliehen.


Liebe Freunde: Wir sehen in der Geschichte, dass wir eine Hoffnung über alle weltliche Macht hinaus haben. Wir haben einen nichtweltlichen Heilsbringer - wir müssen uns nicht über die Politik echauffieren. In der Politik handeln schließlich nur Menschen und Menschen machen Fehler.
Wir haben eine Hoffnung, die uns bis in die Ewigkeit trägt. Wir haben unabhängig von weltlichen, politischen und wirtschaftlichen Systemen unseren Retter, Jesus Christus, den Allerheiligsten.


Ich wünsche euch frohe Weihnachten.


Liebe Grüße

Timo

25.12.15 21:01, kommentieren

Adam und Eva - historisch?

Liebe Leser,

heute will ich eine heikle Frage behandeln. Nämlich: ist die Geschichte von Adam und Eva historisch zu verstehen? Eins vorweg: die moderne universitäre Bibelwissenschaft ist sich einig, dass diese Erzählung keine historische Geschichte ist. Auch ich bin dieser Meinung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass diese Erzählung, die übrigens die Bekannteste der Menschheitsgeschichte ist, keine Wahrheit vermittelt. Bitte verwechselt nicht Historizität mit Wahrheit. Die Geschichte von Adam und Eva vermittelt eine tiefe Wahrheit über Gott und über den Menschen. Deshalb will ich unterstreichen, dass ich diese Erzählung als unglaublich schön und wahr erachte. Sie gehört zurecht zur Weltliteratur.

Ich will euch ein paar Gedanken meinerseits darlegen. Aus Zeitgründen kann ich nicht alle meine Gedanken euch kundtun. Für vertiefende Informationen könnt ihr euch die Vorträge von Herrn Professor Zimmer, einem evangelischen Theologen, zu diesem Thema auf Youtube anhören.
 
Erster Punkt: In einer historischen Aufzeichnung finden sich Zeit- und Ortsangaben. In der Erzählung von Adam und Eva finden sich keinerlei zeitliche Angaben außer "Im Anfang...".  Viele Christen, die diese Geschichte als historisch betrachten, meinen, dass dieses "Im Anfang" zeitlich zu sehen ist. Jedoch meint dieser Ausdruck im Hebräischen etwas anderes. Er bezieht sich nämlich auf die Grundlagen der Welt. Diese Grundlagen - wie zum Beispiel die Beziehung zwischen Mensch und Gott oder das Wesen der Sünde, die später in der Geschichte in die Welt kommt - werden durch die Geschichte hindurch mit Bildern beschrieben. Dies ist also keine Zeitangabe sondern ein Darlegen der Grundlagen der Welt.
Zweitens: Es gibt keine Ortsangaben außer "...im Osten...". Der Ausdruck "Osten" ist im Hebräischen in der Zeit, in der die Geschichte verfasst wurde eindeutig ein Bild für die Sonne. Die Sonne geht im Osten auf und ist notwendige Voraussetzung für Leben. Somit erschafft Gott den Garten Eden, den der Mensch bearbeiten soll natürlich im Osten. Auf die Namen der Flüsse die in der Geschichte noch genannt werden, will ich hier nicht genauer eingehen. Es ist davon auszugehen, dass diese Flüsse der Erzählgemeinschaft (Es war sicherlich nicht nur ein Autor), von der der Text stammt, bekannt war und sie diese Flüsse als Bilder für die Schöpfungsgeschichte genutzt haben.
Drittens: Die Erschaffung des Menschen: Die Erschaffung des Menschen aus der Erde ist ein Bild für die Vergänglichkeit des Menschen (der ja wieder zu Erde wird nach dem Tode) und für den damit einhergehenden Unterschied  zwischen Mensch und Gott. Gott ist ewig und vollkommen, der Mensch ist begrenzt. Dass Gott dem Menschen in die Nase den Lebensatem bläst, ist - nicht nur, aber auch - als eine innige Berührung Gottes mit dem Mensch gemeint und somit eine Metapher dafür, dass Gott eine Beziehung mit den Menschen will. Die Nase ist das einzige Organ, das abgibt (Luft) und aufnimmt (Luft/Duftstoffe). Es steht für den Austausch des Geschöpfs mit dem Schöpfer.
Letzter Punkt: Adam und Eva sind keine historischen Personen (Zumindest diese aus der Genesis nicht). Sie stehen stellvertretend für die ganze Menschheit. Dies wird ganz deutlich an dem Namen Adam, der übersetzt "der Mensch" heißt.

Das waren ganz ganz wenige Gedanken dazu. Noch viel mehr gäbe es zu sagen. Wenn euch das Thema noch mehr interessiert, dann sei Folgendes gesagt:
Die moderne Bibelwissenschaft hat jedes Wort und jeden Satz der Erzählung von Adam und Eva unter die  Lupe genommen. Und der Konsens jahrelanger Forschung und jahrelanger religionsgeschichtlicher Vergleiche ist klar: die hebräischen Worte dieser Erzählung bilden eine Bildersprache, die im Kontext der damaligen Zeit und der damaligen Gesellschaft des Orients zu lesen ist. Eine wunderschöne Bildersprache zeigt sich hier, die aus jahrzehntem langen Beten und Meditieren der damaligen Erzählgemeinschaft entstanden ist.
Diese Geschichte ist also nicht kindlich naiv. Hier sitzt eine ganz tiefe Wahrheit über das Wesen des Menschen und über Gott.
Und wenn du Gott beschreiben willst - glaube mir - dann brauchst du eine Bildersprache, da er anderst nicht zu beschreiben ist.

Alles das soll nicht heißen, dass alles in der Bibel nur Metaphern sind. Es gibt auch historische Erzählungen in der Bibel.
Aber die Erzählung von Adam und Eva gehört ganz sicher nicht dazu. Diese Geschichte wörtlich zu nehmen heißt, die Schönheit, die sie in sich trägt, kaputt zu machen.

Viele Dank fürs Lesen.

Liebe Grüße

Timo
 

13.12.15 20:20, kommentieren